Home    Firmenprofil    SUZUKI    MZ    Fahrzeugangebote    Termine    Service    Gespannbau    Umbauten    Vorführer    Bildergalerie

Produkte & Marken    Finanzierung    Oldtimer Restaurierung    Ausflugsziele    BAGSTER    Links    Kontakt & Impressum
 


Mogo Predigt Wochenende 4. und 5. Juli 2009-07-02 Auerswalde und Schönheide

 Text: Lk. 6, 36-42

 „Sehstörungen“

 - Das könnte die Überschrift über den Text aus der Bibel sein, über den überall in Deutschland, in allen Gottesdiensten an diesem Wochenende gesprochen wird.

 - Sehstörungen scheint so mancher Verkehrsteilnehmer zu haben. Wer mit offenen Augen durchs Land fährt wird immer wieder solche Situationen erleben. Gerade als Motorradfahrer wird man schon mal übersehen. Meist mit schlimmen Folgen für den Motorradfahrer. Keine Angst, ich stimme kein Klagelied über uns „arme“ Motorradfahrer an. Jeder kennt das Risiko wenn er auf´s Motorrad steigt.

 - Ich bin Dienstagabend aus den USA zurückgekommen. Wir waren mit 15 Leuten und 12 Harleys auf der Route 66 unterwegs.

- Von Chicago bis Los Angeles, einmal quer durch die USA. Wir sind 4500km gefahren. Doch bevor es los ging musste jeder ein Schriftstück beim Motorradvermieter unterschreiben, dass er darüber aufgeklärt worden ist, dass Motorradfahren gefährlich ist.

- Männer haben Sehstörungen. Männer können nur bestimmte Sache suchen und finden. Wir können Gold suchen, das beste Bike zum besten Preis, aber wir finden nicht unsere Socken, Unterhosen und T-Shirts. Da halt es dann durch die Wohnung: „Liebling, wo sind den meine Socken?“ Meist liegen die nur stinkend unterm Sofakissen. Mit etwas Mühe hätte man sie sehen können, aber…

 - Genauso gut haben Frauen Sehstörungen. Sie kommen nach Hause und präsentieren die neu erstandene Bluse. Sieht ja schick aus, aber für das Geld hätte man auch schon ein gebrauchtes Mittelklasse Motorrad bekommen. Die Anmerkung zu diesem Kauf  ist dann nur: „Oh, den Preis habe ich gar nicht gesehen!“

 - Jesus erzählt seinen Zuhörern auch einmal drei Gleichnisse über Sehstörungen.

 - Text lesen: 39-42

 - Na logisch, das funktioniert doch nicht. Wenn ein Blinder einen Blinden führt fallen beide auf die Nase.

- Ich will nun wirklich nicht blinden Mitmenschen besondere Fähigkeiten absprechen sich dennoch zu orientieren. Die können das. Aber was Jesus erzählt ist keine medizinische Abhandlung, sondern sozusagen ein Beispiel, dass jeder sofort versteht.

 - Uns ist klar, dass es bessere Kombinationen gibt als Blind und Blind. Der Blindenhund ist ganz sicher eine oder eine Mensch der keine Sehstörung hat und den Blinden Menschen führt. 

- In der letzten Kombination sind beide gefordert, der Blinde ist herausgefordert, seinem Führer zu vertrauen. Der Führer ist herausgefordert für zwei Leute zu sehen, Gefahren zu erahnen und wahrzunehmen, Fürsorge walten zu lassen.

 - Der Jünger steht nicht über seinem Meister, der Lehrling nicht über seinen Meister würden wir vielleicht heute sagen. Das hat doch nichts mit einem Sehfehler zu tun? Oder doch?

- Mein Freund Lutz hat einen kleinen Laden für Unterhaltungselektronik und Computer. Jedes Jahr hat er einen Lehrling. Manchmal auch einen mit Sehschwierigkeiten. Einen der die Realitäten nicht wahrnimmt wie sie ist, obwohl er gesunde Augen hat.

- so sagte jener besagte Lehrling nachdem ein einen Fernseher der Luxusklasse ohne Auftrag des Meisters kaputtrepariert hatte: „Bleim ´se mal geschmeidig Meister…“

- Das ist eindeutig eine Sehstörung. Er sieht sich und den Meister auf einer Stufe.

- Augenverletzungen sind schmerzhaft. Schon ein kleiner Splitter reizt das Auge. Es nässt, schmerzt und brennt.

- Wer sich dann nicht mehr zu helfen weis, lässt sich gern auch mal von einem anderen ins Auge fassen und helfen. Soweit so gut.

- Doch was ist, wenn der der helfen will, selbst einen Balken vor Augen hat?

- Jesus karikiert, treibt auch die Spitze. Natürlich funktioniert das nicht! Genau deshalb erzählt Jesus diese Vergleiche.

 - Was aber will Jesus damit sagen?

- Er spricht doch nicht auf einem Fachkongress für Augenärzte oder in der Selbsthilfegruppe für Blinde?!

 - Eigentlich geht es Jesus um Barmherzigkeit gegenüber unseren Mitmenschen, dem Nächsten.

- Bevor Jesus diese 3 Vergleiche erzählt fordert er seine Zuhörer auf: Text lesen! Lk. 6, 36-38

- „Seid barmherzig!“ nun nichts schwerer als das.

- Barmherzig sein ist oft schwer, weil man mit Härte zeigen kann, was man selbst für ein toller Hecht ist und wie viel weniger der Andere drauf hat.

- Barmherzig sein ist das Gegenteil von: „Benutze dein Ellenbogen um dich durchzusetzen!“

- Barmherzigkeit misst den anderen, sein Versagen  mit einen noch niedrigerem Maß als man bei sich selbst anlegen würde.

- Kann man damit den im alltäglichen Leben weiterkommen, es zu etwas bringen?

- Ich meine ja, denn wem Barmherzigkeit widerfahren ist, wird sich umso mehr in die Sache reinhängen um nicht noch einmal zu enttäuschen.

- Und, ich meine: Es ist egal. Schließlich sagt das nicht Roberto Jahn, da könntest du das sofort wieder vergessen. Nein, es sagt Jesus, Gottes Sohn, Gott selbst. Kann man da widersprechen?

 - Natürlich kannst du das. Formel ist es aber ohne Bedeutung.

- Wir müssen uns abgewöhnen Gott in unser Denkmuster zu pressen. „Gott muss doch…!“

- Gott muss gar nichts. Er ist doch Gott.

 - „Richtet nicht, so werdet ihr nicht gerichtet!“

- Ein Dieb steht vor dem Richter. Der fragt ihn: „Angeklagter, wieso haben sie das Motorrad gestohlen?“

- Darauf die Antwort: „Herr Richter, da es auf dem Parkplatz vor dem Friedhof stand, musste ich annehmen, das der Besitzer verstorben sei!“

 - Richtet nicht, so werdet ihr nicht gerichtet

- Das betrifft uns doch gar nicht. Wir sind doch keine Richter!

- Viel eher stimmt doch die entgegengesetzte Aussage: Wir sind alles Richter.

- Wir urteilen jeden Tag über Menschen, über ihr Aussehen, ihr Verhalten und machen uns selten überhaupt Gedanken warum jemand so ist.

- Es gibt fast nichts, was uns ähnlich leicht fällt als über andere zu urteilen.

- Jesus sagt tut es nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet. Dabei geht es nicht darum, dass Christen keine Richter bei Gericht sein könnten. Das was Jesus anspricht reicht schon weit über das hier und jetzt hinaus.

- Es hat nicht nur die Komponente, die es in den meisten Rechtsvorschriften der Welt gibt: „Was du nicht willst das man dir tu, das füge auch keinem andern zu.“

- also eine rein Zwischenmenschliche Seite, sondern unser Verhalten unseren Mitmenschen, den Nächsten gegenüber hat Auswirkungen darauf wie Gott uns sieht.

 

- „Verdammt nicht, so werdet ihr nicht verdammt.“

- Nun seit dem die Menschen kaum noch segnen, verdammen sie auch nicht mehr.

- Das erscheint auf den ersten Blick schon die Erfüllung dieser Forderung.

- Verdammen ist das Gegenteil von segnen.

- Wer verdammt, wünscht dem anderen etwas Schlechtes an den Hals.

- Huch, da merken wir, dass es uns doch noch betrifft.

 

- „Vergebt, so wird man euch auch vergeben!“

- Der Pfarrer fragt im Kindergottesdienst: "Was müsst ihr zuerst tun, damit eure Sünden vergeben werden?"
Klein Fritzchen antwortet brav: "Zuerst sündigen, Herr Pfarrer..."

- Jemanden etwas vergeben…

- Über den eigenen Schatten springen – nennt man das wohl.

- Das ist in der Praxis ja nicht möglich, da mein Schatten direkt mit mir verbunden ist. Dennoch kann ich jemanden vergeben, auch wenn mir das schwer fällt. Ich mich in meiner Ehre verletzt fühle.

- Vergeben können ist ein tolles Gefühl. Es befreit von Gedanken des Hasses, der Vergeltung.

- Doch wie bei vielen Dingen, ist es eine Sache über die man stundenlang philosophieren kann. Doch letztendendes muss man es praktizieren, um seine Wirkung auf einen selbst und den anderen zu entdecken.

 

- „Gebt, so wird euch gegeben!“

- Noch so ein Ding, das einen schwer fällt.

- Gerade hat man es geschafft, hat sich etwas erarbeitet und soll es nun schon wieder abgeben?

- Wer weis, dass er von Gott viel geschenkt bekommen hat, kann leichter abgeben.

- Bei uns zu Hause betten wir vor jedem Essen. Es ist immer ein kleines Dankgebet für die Dinge die auf dem Tisch stehen.

- Klar, wir haben dafür gearbeitet. Lohn erhalten, etwas eingekauft – was also hat das mit Gott zu tun?

- Das ich arbeit habe ist nicht selbstverständlich. Das haben wir in den letzten 20 Jahren alle gelernt. Das ich in einem Staat wohne, der sich noch immer eine soziale Absicherung leistet, ist nicht selbstverständlich.

- Und, es gibt Leute die praktizieren das ganz praktisch. Seit wenigen Jahren gehört ein junger Familienvater zum ehrenamtlichen Mitarbeiterkreis des CMS. Er ist erwerbsunfähig und bekommt eine kleine Rente bzw. Hartz IV.

- Eigentlich Grund genug um sich über das wenige Geld zu ärgern. Er gibt von dem wenigen das er jeden Monat bekommt, den Zehnten.

- Logisch gedacht ist das Wahnsinn. Von dem wenigen Geld noch 10% jeden Monat für Gott auf die Seite zu legen.

- Er hat aber eine ganz andere Erfahrung gemacht. Gott gibt zurück. Das Geld reicht immer. Der Haushalt ist in Ordnung und ordentlich. Irgendwie erlebt er ständig Dinge, die für andere nicht erlebbar sind. Gott gibt, was nötig ist und manchmal sogar mehr. Ich staune darüber mit diesem Familienvater gemeinsam.

- Bei all den Dingen die Jesus hier fordert, merkt man deutlich, dass es über das normale Leben hinaus reicht.

- Wer so lebt:

- Wer barmherzig ist, nicht richtet, nicht verdammt, vergibt und gibt – kann diesen „Vertrag“ nicht mit den Menschen machen. Vertrag deshalb, weil es immer um Ursache und Wirkung geht. „Du vergibst, so vergebe ich dir!“ sagt Gott.

- Ich kann nicht fest damit rechnen, dass Menschen mit mir so umgehen, wie ich mit ihnen. Manchmal verläuft sich das Gute, das ich tun will und tue wie ein Tropfen Wasser in der Wüste.

- Nein, diesen „Vertrag“ mache ich mit Gott.

- Er ist barmherzig, deshalb kann ich barmherzig sein.

- Er richtet nicht, sondern Jesus spricht mich frei.

- Er verdammt nicht, sondern er segnet, wenn wir uns danach ausstrecken.

- Er vergibt mir meine Schuld, wenn ich sie bereue und ihn um Vergebung bitte.

- Er gibt, was ich zum Leben brauche.

- Wie sieht du deinen Nächsten? Welche Kriterien legst du bei ihm an? Die gleichen wie bei dir selbst? Oder bist du in solch einem Fall schon mal strenger?

- Gott hat etwas gegen Sehstörungen in der Art: „Wie du mir, so ich dir!“

- Gott schenkt dir einen neuen Blick: „Wie ich dir, so du den anderen!“

- Amen!